Waldensergemeinde RWH
Das Licht leuchtet in der Finsternis
Eine Gemeinde mit besonderen Wurzeln
Die Wurzeln unserer heutigen Gemeinde reichen zurück ins Jahr 1699, als sich die ersten Waldenser im vorderen Odenwald niederließen. Diese Menschen hatten ihre alpine Heimat verlassen müssen, um ihrem reformierten Glauben treu zu bleiben – ein mutiger Schritt, der unser Gemeindeleben bis heute prägt.
Aufbruch aus dem Tal Pragela
Die Flüchtlinge stammen aus dem Val Pragela (Pragelato) in den Kottischen Alpen – einer beeindruckenden, aber herausfordernden Berglandschaft. Dort wurde ihnen 1685 durch den Erlass Ludwigs XIV. die Ausübung ihres reformierten Glaubens verboten.
Nach Jahren der Unsicherheit mussten sie 1698 entscheiden: Glauben aufgeben oder Heimat verlassen. Etwa 3.000 Waldenser, begleitet von sieben Pfarrern, machten sich über die Schweiz auf den Weg nach Deutschland.
Ankunft im Odenwald
Mit Unterstützung des niederländischen Gesandten Pieter Valkenier und nach Verhandlungen mit Landgraf Ernst Ludwig zu Hessen-Darmstadt fanden mehrere Gruppen eine neue Heimat im Odenwald:
Damit legten sie den Grundstein für die heutige Waldensergemeinde Rohrbach–Wembach–Hahn.
Pfarrer und Selbstverwaltung
Der erste Pfarrer der Kolonie war Jacob Moutoux, dessen Sohn David nach dessen Tod 1738 den Dienst fortsetzte.
Bis heute steht mit Christoph Lubotta der 19. Pfarrer in dieser Reihe.
Ein besonderes Erbe ist das Recht der Waldensergemeinde den Pfarrer selbst zu wählen, was durch das Konsistorium geschieht - Ausdruck der alten waldensischen Tradition der Selbstverwaltung.
Nach Gründung der Kolonie wählten sie einen Bürgermeister, der für die drei Orte zuständig war. Im Folgenden wechselte das Bürgermeisteramt von Ort zu Ort. Ab 1866 änderte sich das. Von da an wurde ein Bürgermeister für Rohrbach und ein Bürgermeister für Wembach und Hahn in den jeweiligen Orten gewählt. Am 1. April 1972 bedingt durch die Gebietsreform verlor Rohrbach seine Selbstständigkeit und wurde Teil der Kommune Ober-Ramstadt. Wembach-Hahn folgte am 31.12.1976.
Eine lebendige Tradition: das Abendmahl
Eine bis heute gepflegte Besonderheit ist die Form der reformierten Abendmahlsfeier:
Am Abendmahlstisch treten jeweils zwei Gemeindeglieder gemeinsam vor – ein Moment der Besinnung, verbunden mit einem persönlichen Zuspruch aus der Bibel.
Unser Erbe heute
Aus einer Zuflucht wurde eine lebendige Gemeinde, die Glauben, Mut und Gemeinschaft miteinander verbindet – Werte, die seit über 325 Jahren unser Miteinander prägen.
Wir laden Sie herzlich ein, sich aktiv in unser Gemeindeleben einzubringen - Lassen Sie uns die Zukunft gemeinsam gestalten!